Lungenszintigraphie
Bei der Lungenszintigraphie handelt es sich um das gegenwärtig empfindlichste diagnostische Verfahren zum Nachweis einer Lungenembolie.
Die Lungenembolie ist eine leider häufige und oftmals gefährliche Erkrankung. Bei diesem Krankheitsbild werden Blutgerinnsel in das Blutgefäßsystem der Lunge eingespült, wodurch es zu einer Verstopfung der Lungenarterien kommt. Entsprechend verliert die betroffene Lunge einen Teil ihrer Funktion, was bei einem schweren Verlauf der Erkrankung zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel im Körper führen kann. Da die Lungenembolie gerade im Anfangsstadium keine eindeutigen Beschwerden hervorruft, ist sie häufig schwierig zu diagnostizieren.
Bei der Lungenszintigraphie werden zwei Aufnahmen von der Lunge gemacht: In einem ersten Schritt erfolgt die bildliche Erfassung der Lungenbelüftung, also der Verteilung der eingeatmeten Luft in den beiden Lungen. Hierzu muß der Patient über ein Schlauchsystem vier bis fünf Atemzüge eines speziellen Gases aus dem Technegasgenerator einatmen. Dieses Gas hat keinerlei Nebenwirkungen und beeinträchtigt das Wohlbefinden in keiner Weise. Im Anschluß daran kreist die Gammakamera um den Brustkorb und nimmt dabei ein dreidimensionales Bild der Lungenbelüftung auf. Mit Hilfe der dreidimensionalen Aufnahmetechnik wird im Vergleich zur herkömmlichen zweidimensionalen Lungenszintigraphie die Genauigkeit des Verfahrens noch einmal deutlich gesteigert.
In einem zweiten Schritt werden spezielle Eiweißpartikel in eine Armvene injiziert, die über den Blutstrom in die Lungengefäße gelangen und sich dort entsprechend der Durchblutung in beiden Lungen verteilen. Die Gammakamera kreist dann ein zweites Mal um den Brustkorb und ortet dabei die Lage der Eiweißpartikel. Auf diese Weise ist es möglich, ein hochauflösendes, dreidimensionales Bild der Lungendurchblutung aufzunehmen. Wenn nun aber Lungengefäße durch Blutgerinnsel verschlossen sind, können die Eiweißpartikel nicht in die von der Durchblutung abgeschnittenen Lungenanteile vordringen. In der Aufnahme zeigt die entsprechende Region folglich eine Durchblutungsstörung in Form eines "Loches". Durch die gemeinsame Beurteilung der Belüftungs- und der Durchblutungsaufnahme lassen sich Lungenembolien von anderen Lungenerkrankungen unterscheiden.
Dauer der Untersuchung: 45 Minuten
Vorbereitung: Keine
• Sie müssen für die Untersuchung nicht nüchtern sein
• Sie dürfen vor der Untersuchung gerne Ihre Medikamente einnehmen
• Es werden Ihnen keine Kontrastmittel gespritzt, also keine Medikamente,
die für Ihre Nieren oder Ihre Schilddrüse schädlich wären
• Sie können auf die Substanzen nicht allergisch reagieren
Nebenwirkungen: Keine
