Herz (Myokard) - Szintigraphie
Ziel der Myokardszintigraphie ist die bildliche Darstellung der Durchblutung des Herzmuskels. Anwendung findet das Verfahren bei Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzens besteht. Das entsprechende Krankheitsbild wird als koronare Herzkrankheit bezeichnet (KHK). Auch bei Patienten mit bekannter KHK wird diese Untersuchung oftmals eingesetzt, um das Ausmaß der Erkrankung zu erfassen. Bedingt durch solche Durchblutungsstörungen des Herzmuskels kann es zu Schmerzen im Brustkorb (Angina pectoris) und schließlich zum Herzinfarkt kommen, bei dem Herzmuskelgewebe aufgrund eines akuten Sauerstoffmangels abstirbt und in der Folgezeit durch Narbengewebe ersetzt wird.
Die Myokardszintigraphie besteht aus zwei Untersuchungsteilen, die in unserer Einrichtung in der Regel innerhalb eines Termines - also an einem einzigen Tag - erfaßt werden: Zum einen der Darstellung der Herzmuskeldurchblutung unter Belastungsbedingungen, zum anderen der Erfassung der Durchblutungssituation des Herzmuskels in Ruhe. Aus dem Vergleich der beiden Aufnahmen läßt sich erschließen, ob eine bedrohliche Durchblutungsstörung des Herzens vorliegt. Gleichzeitigt ermöglicht das Verfahren eine Beurteilung der Herzwandbewegung, d.h. Störungen im Ablauf des Herzschlages lassen sich exakt erfassen. Ferner wird das Blutvolumen errechnen, das bei jedem Schlag vom Herzen weitertransportiert wird, so daß auch die Herzleistung beurteilt werden kann. Aus den genannten Parametern lassen sich abschließend prognostische Rückschlüsse ziehen, d.h. es kann errechnet werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit in Zukunft mit einem schweren kardialen Krankheitsereignis zu rechnen ist. Die Untersuchungsdauer beträgt insgesamt etwa 3,5 Stunden.
Die Untersuchung erfolgt nicht-invasiv, d.h. es müssen keine Geräte oder Sonden in den Körper eingebracht werden. Die Belastung erfolgt entweder mittels eines Fahrradergometers oder durch ein Medikament, mit dessen Hilfe eine körperliche Belastung auf Gefäßebene simuliert wird. Eine tatsächliche Herzbelastung wird durch die medikamentöse Belastungssimulation nicht hervorgerufen. Die Darstellung der Herzdurchblutung erfolgt mit Hilfe eines leicht radioaktiven Medikamentes, welches anders als Röntgenkontrastmittel keinerlei Nebenwirkungen aufweist und nicht allergen wirkt. Mit Hilfe einer speziellen Kamera, deren Meßköpfe langsam um den Brustkorb kreisen, wird anschließend die Durchblutung des Herzmuskels dreidimensional erfaßt. Bei der Kamera handelt es sich um ein offenes System, keine „Röhre“. Eine nennenswerte Geräuschentwicklung geht von dem Gerät nicht aus. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Kamera nur passiv die Signale erfaßt, die vom Patienten ausgehen und selbst nicht strahlt.
